«

»

GEMA will Gebühren auf Speichermedien massiv erhöhen

Die Zentralstelle für private Überspielunsgrechte (ZPÜ), die durch die Gesellschaft für musikalische Auffühungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) vertreten wird, hat eine Erhöhung der Abgabegebühren bei diversen Speichermedien beschlossen. Die Gebühren auf USB-Sticks und Speicherkarten sollen um 810 bis 1850 Prozent angezogen werden. Der neue Tarif soll schon ab dem 01.07.2012 in Kraft treten.

Die ZPÜ, die VG Wort und die VG Bild-Kunst haben sich erst kürzlich auf die drastische Erhöhung der Gebühren geeinigt. Deren neues Vergütungsmodell kann in dieser öffentlichen Mitteilung (PDF-Datei) eingesehen werden. Demnach erhöht sich beispielsweise die Gebühr pro USB-Stick mit einer Speicherkapazität von 4 GB und weniger von bisher 10 Cent auf 91 Cent. Das Entspricht schon einer Erhöhung von 800 Prozent. Wer jetzt glaubt das wäre schon viel der irrt! Denn die höchsten Gebühren fallen für Speicherkarten mit einer Kapazität von über 4 GB an. Statt der bisherigen 10 Cent wird die Gebühr auf 1,95 Euro erhöht, was einer Steigerung von sagenhaften 1850 Prozent entspricht.

Der neue Tarif soll laut der öffentlichen Mitteilung für alle Speichermedien gelten, die in Deutschland hergestellt oder nach Deutschland gewerblich eingeführt oder wieder eingeführt und in der Zeit ab dem 01.07.2012 in Deutschland veräußert oder in Verkehr gebracht wurden bzw. werden.

Inzwischen haben der Informationskreis AufnahmeMedien (IM) und der Hightech-Verband BITKOM, die drohende Verteuerung von USB-Sticks und Speicherkarten scharf kritisiert.

Laut dem Informationskreis AufnahmeMedien wissen die Verwertungsgesellschaften sogar, dass gar nicht alle Speicherkarten Vergütungspflichtig sind, sondern nur solche, die in Smartphones und Handys eingesetzt werden – in erster Linie also Micro-SD-Karten. Dennoch wurde nun ein Tarif veröffentlicht, der sämtliche Speicherkarten betrifft. Somit auch “normale” SD-Karten, die hauptsächlich in Digitalkameras und Camcordern eingesetzt werden. Der Verbraucher soll also auch für selbst erstellte Fotos und Videos Geld an die Verwertungsgesellschaften zahlen, kritisiert der Informationskreis AufnahmeMedien. Dieser wirft den Verwertungsgesellschaften vor, dass sie damit wissentlich Geld einfordern, welches ihnen gar nicht zusteht.

Die neue Forderung der ZPÜ könnte zahlreiche USB-Sticks um bis zu 30 Prozent verteuern, kritisiert BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Die neuen Tarife seien Mondtarife, die in keinem Verhältnis zum Verkaufspreis stehen. Ein fairer Interessenausgleich zwischen Verbrauchern, Rechteinhabern und Wirtschaft sieht anders aus, erklärte Rohleder.

Update: Der Informationskreis AufnahmeMedien hat bereits am 09. Mai 2012 ein gerichtliches Verfahren gegen die ZPÜ wegen geplanten Erhöhung der Abgabegebühren bei USB-Sticks und Speicherkarten eingeleitet und auch der BITKOM plant vor einer Schiedsstelle gerichtlich gegen die Forderung der Verwertungsgesellschaften vorzugehen. Beide Verbände wollen sich diesbezüglich eng miteinander abstimmen.

Quellen: ZPÜ , IM, BITKOM

Kommentar hinzufügen

The following two tabs change content below.
Gründer von PC-Pedia.de - Ich schreibe über alles, was mich in der Welt der Technik interessiert. Natürlich dürfen hier auch Games nicht fehlen. ;) Meine letzten Testberichte: Nokia Lumia 720 Unboxing & Hands-on (Video) & LG 23ET83 – 23 Zoll Full HD Touch-Monitor im Test
notebooksbilliger.de